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Nahrungsergänzungsmittel: Wie sinnvoll sind Supplements?

Proteinshakes, Vitaminpillen, Superfood-Kapseln: Nahrungsergänzungsmittel boomen. Besonders der Markt für Whey-Proteine wächst seit Jahren stetig. Gleichzeitig kursieren unzählige Ernährungstrends, von zuckerfrei über Low Carb bis OMAD («One Meal A Day»), die darauf abzielen, die eigene Fitness und Performance zu steigern. Wir gehen dem Hype auf den Grund und fragen: Welche Supplements gibt es? Was bringen sie? Und was brauchen wir wirklich, um gesund und leistungsfähig zu sein?

Nahrungsergänzungsmittel waren früher vor allem in Apotheken und Reformhäusern zu finden. Sie richteten sich vornehmlich an Menschen mit Nährstoffmängeln oder speziellen Ernährungsbedürfnissen, etwa ältere Menschen oder chronisch kranke Personen. Heute sind die sogenannten Supplements in jedem Supermarkt erhältlich und stecken in unzähligen Alltagsprodukten. Mit Vitaminen angereichertes Wasser («Vitaminwasser»), Frühstücksflocken mit Omega-3-Fettsäuren, Joghurts mit probiotischen Bakterien sowie unzählige Powersnacks und Energydrinks füllen die Regale. Hinzu kommen spezialisierte Onlineshops, die allerlei Pulver und Kapseln anbieten, etwa mit Kreatin, Beta-Alanin oder L-Glutamin. Diese Substanzen sollen den Muskelaufbau fördern, die Regeneration unterstützen und die Fitness allgemein verbessern. Im Folgenden ein Überblick über die Produkte und ihre Funktionen.

Was sind Supplements und welche Arten gibt es?

Supplements oder Nahrungsergänzungsmittel sind Produkte, die gezielt Nährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe, Proteine, Omega-3-Fettsäuren oder sekundäre Pflanzenstoffe liefern. Wie der Name sagt, besteht ihre Funktion darin, die normale Ernährung zu ergänzen: Sie sollen den Bedarf an bestimmten Nährstoffen sichern, wenn dieser über die tägliche Ernährung nicht ausreichend gedeckt werden kann. In der Gym-Szene werden Supplements, besonders Whey-Proteine, aber auch eingesetzt, um Trainingsziele zu erreichen und den Muskelaufbau zu fördern. 
 
Nahrungsergänzungsmittel sind meist in Form von Tabletten, Kapseln, Pulvern, Tropfen oder Shakes erhältlich. Sie werden oft mit allerlei Heils- und Optimierungsversprechen angepriesen, gelten aber rechtlich als Lebensmittel, nicht als Medikamente. Mit anderen Worten: Es ist nicht wissenschaftlich erwiesen, dass sie einen gesundheitlichen Nutzen haben.
 
Es gibt verschiedene Arten von Supplements:

  • Vitamine und Mineralstoffe wie Vitamin D, Vitamin C, Magnesium oder Eisen bei Nährstoffmängeln und zur Unterstützung des Immunsystems, der Knochen und Muskeln.
  • Proteinpulver und Aminosäuren wie Whey-Protein oder Beta-Alanin zur Unterstützung von Muskelaufbau und Regeneration, besonders bei erhöhter sportlicher Betätigung.
  • Fettsäuren wie Omega-3-Kapseln oder -Öle zur Unterstützung des Herz-Kreislauf-Systems, der Gehirnfunktion und der Gelenkgesundheit.
  • Pflanzen- und Superfood-Extrakte wie Spirulina, Chlorella oder Ginseng zur Unterstützung von Vitalität und Wohlbefinden.
  • Probiotika in Joghurts oder Kapseln/Pulver mit lebenden Bakterienkulturen zur Unterstützung der Darmgesundheit und des Immunsystems.
  • Funktionssupplements wie Kreatin für Training und Regeneration, Coenzym Q10 zur Unterstützung der Zellenergie oder Kollagenpulver für Haut, Haare und Gelenke.
Vom Nischenmarkt zum weltweiten Hype

Das breite Interesse an Supplements entstand in den 1990er-Jahren, als Fitness, Wellness, gesunde Ernährung und Anti-Aging in Mode kamen. Zu Beginn waren es Zeitschriften wie FIT FOR FUN (Erstausgabe 1994), heute sind es vor allem Social-Media-Formate, in denen Trainingstipps und Diäten propagiert sowie unterstützende Produkte beworben werden. Darreichungsformen wie Kapseln, Riegel und Drinks, die sich bequem in den Alltag integrieren lassen, sorgen zusätzlich dafür, dass die Supplements vom Nischenmarkt in den Mainstream gelangten. 
 
Heute machen Nahrungsergänzungsmittel mit einem weltweiten Umsatz von mehreren Milliarden Euro einen bedeutenden Teil des Lebensmittel- und Gesundheitsmarktes aus. Die Entwicklung geht Hand in Hand mit dem Longevity-Boom, bei dem das Altern verzögert respektive optimiert werden soll. Überhaupt ist Selbstoptimierung in allen Bereichen des Lebens angesagt: Wir wollen (oder sollen) nicht nur immer gesünder, fitter und älter werden, sondern auch immer effizienter und leistungsfähiger. Dieses Streben nach mehr und etwas Besserem entspricht zweifellos dem Zeitgeist. Aber ist es auch sinnvoll – und macht es uns gesünder und zufriedener?

Ernährung zwischen Notwendigkeit und Selbstoptimierung

Von dieser philosophischen Frage zurück zum Thema Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel: Was brauchen wir wirklich, um gesund und leistungsfähig zu sein?

Damit unsere Organe, Muskeln und anderen Gewebe funktionieren, Stoffwechselprozesse reibungslos ablaufen und das Immunsystem leistungsfähig bleibt, benötigt unser Körper bestimmte Nährstoffe. Konkret: Wir müssen täglich ausreichend Vitamine, Mineralstoffe, Proteine, Fettsäuren und sekundäre Pflanzenstoffe zu uns nehmen. Früchte, Gemüse, Bohnen und weitere pflanzliche Kost sind besonders förderlich für die Zellgesundheit. Was uns also guttut, sind möglichst naturbelassene Produkte – keine hochverarbeiteten Laborerzeugnisse. Das ist nicht weiter erstaunlich, schliesslich funktioniert unser Körper seit Jahrtausenden nach denselben biologischen Prinzipien. Neben der ausgewogenen Ernährung sind auch ausreichend Bewegung, das Vermeiden von Stress sowie genügend Erholung wichtig für unser körperliches Wohlbefinden.

Aber vielleicht ist ja doch noch mehr möglich: mehr Energie im Alltag, ein Boost für die Muskeln, ein Plus für das allgemeine Wohl? Tatsächlich können Supplements sinnvoll sein, wenn der Körper einen erhöhten Bedarf hat – etwa durch intensiven Sport, während stressigen Zeiten oder in bestimmten anderen Lebensphasen wie Wachstum oder Schwangerschaft.

Über das Wissen zur Intuition

In den kommenden Artikeln befassen wir uns eingehender mit Proteinen und Vitaminen, dem Umgang mit Zucker und Fetten sowie mit der Bedeutung von Ballaststoffen und Mineralstoffen. Wir untersuchen Ernährungsmythen wie «Fett macht dick» oder «Kohlenhydrate sind schädlich» und klären Missverständnisse rund um Nährstoffe und Nahrungsergänzungsmittel. Auf Basis dieses Wissens wenden wir uns schliesslich der intuitiven Ernährung zu: der Frage, wie wir lernen können, auf die Signale unseres Körpers zu hören und ein gesundes Essverhalten zu entwickeln.

Lektüretipps
  • Reinhild Berger: Superfoods. Fakten aus dem Reich der Wundermittel. 2022.
  • Julia Podlogar, Martin Smollich: Vitamine – Mineralstoffe – Spurenelemente. 2019.
  • Martin Smollich: Der Nährstoff-Kompass: Was ist essenziell, was verzichtbar und was gefährlich. 2025.

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